Wie die Geschichte anfing...
Die Nacht, in der Burg Löwenstein Besuch bekam
Es war schon eine außergewöhnliche Nacht, die Nacht vom 16. auf den 17. September. Der Mond strahlte voll und rund am wolkenlosen Himmel. Kein Luftzug regte sich in dieser schon etwas kühlen Septembernacht. Die meisten Menschen konnten nicht richtig einschlafen, manche wollten auch noch nicht einschlafen, tranken viel Kaffe und sahen aus dem Fenster. In den Nachrichten wurde angekündigt, daß in dieser Nacht eine totale Mondfinsternis sein würde. Das kam so oft nicht vor, also waren allein aus diesem Grund schon viele Menschen wach. Zumal der Himmel außergewöhnlich klar und wolkenlos war. Einige Kinder durften länger aufbleiben, um sich das Schauspiel am Himmel nicht entgehen zu lassen, einige Erwachsene hatten Ferngläser und Videokameras bereitgstellt, und konnten es kaum erwarten, bis es soweit war.
Auch die Tiere verhielten sich anders als sonst. Pferde liefen unruhig hin und her und scharrten mit ihren Hufen. Vögel, die sonst schon tief und fest schliefen, zwitscherten aufgeregt in den Bäumen und manche Hunde heulten zum Steinerweichen in die Nacht.
Eine Mondfinsternis ist schon etwas außergewöhnliches, aber nichts, was auch die Tierwelt in Aufregung versetzen würde. Es lag kein Gewitter in der Luft und auch tagsüber war eigentlich nichts Außergewöhnliches passiert. Nichts? Nun ja, am hellen Tag, da war doch etwas gewesen, eine Kleinigkeit, die einige Kinder bemerkt hatten: "Du Mutti, schau mal, da oben am Himmel ist etwas! Das sieht aus, als seien die Wolken ganz bunt, so wie Ostereier angemalt." Aber auf dem Weg vom Einkaufen zum Zahnarzt, zwischen den vielen Autos auf der Hauptstraße, sagten viele Mütter und auch Väter: "Ach, was du schon wieder siehst! Hör' auf zu träumen und komm jetzt, wir müssen uns beeilen!"
Doch hatten die Kinder wirklich nur geträumt? Nein, denn in dieser Nacht, als der helle Mond vom Erdschatten verdunkelt wurde, und es plötzlich für einige Sekunden ganz, ganz finster war auf der Welt, war der Himmel übersät mit bunten eierförmigen Gebilden, die sich hüpfend oder schwingend in Richtung Erde bewegten. Manche von ihnen vollführten regelrechte Eiertänze am Himmel, andere schwebten in wohlgeformten Spiralen ruhig nach unten, bis sie allesamt auf der Erde landeten. Die einen suchten sich einen weichen Landeplatz auf einer Wiese oder im Gemüsebeet, andere blieben in den Bäumen oder an einem Turm hängen oder kamen direkt vor einer Kuh oder einem Pferd zu Boden. Einige landeten im Schloßhof eines alten verlassenen Ritterschlosses, der Burg Löwenstein, einige segelten in den Burggraben, den das Schloß umfaßte.
Bald nach der geglückten Landung öffneten sich diese Eier und aus ihnen krabbelten oder traten außerirdische Wesen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Jedes dieser Wesen sah völlig anders aus als das Wesen neben ihm und wie wir bald sehen, konnte es ganz außergewöhnliche Dinge tun, von denen wir Menschen nur träumen. Manche von ihnen sind zudem sehr verspielt, andere wieder etwas emster. Sie sahen alle so unterschiedlich aus, daß man glauben muß, daß sie alle von verschiedenen Planeten kommen mußten. Manche von ihnen fühlten sich sofort ganz wohl hier auf der Erde, andere hatten noch ein paar Umgewöhnungsschwierigkeiten.
Was uns natürlich brennend interessiert: Was sind das für Wesen. Wie sehen sie aus? Atmen sie durch die Nase oder durch den Bauchnabel? Können sie fliegen oder bewegen sie sich mit Gedankenübertragung fort?
Was wollen diese Wesen hier? Haben sie einen geheimen Auftrag oder haben sie sich nur verflogen? Welche Abenteuer erleben sie auf einem verlassenen Geisterschloß, von dem schon einige erzählt haben, daß es dort spuken würde?
Ich bin gespannt auf alle diese Geschichten unserer Besucher aus dem All. Daraus könnte ja ein richtiges Abenteuerbuch werden.
Auf zum Raumschiff
Auf zur Burg